In dieser Ausgabe geht es um Möglichkeiten, wie ihr eure digitalen Inhalte am Fernseher wiedergeben könnt und welche Geräte hierfür nötig sind.
Neben HDTV (gesendetes Fernsehprogramm in HD) gibt es auch andere Wege, um am heimischen Fernseher in den Genuss hochauflösender Bilder zu kommen. Neben aussterbenden Disc-Medien wie DVD oder Blu-Ray sind Inhalte vermehrt als Dateien verfügbar. Diese Dateien liegen in unterschiedlichen Formaten (MKV, AVI, MP4, …) vor. Um sie abspielen zu können, braucht es Medienzuspieler, welche diese Formate verstehen und wiedergeben können. Neuere Fernseher (ab Mitte 2009) haben oftmals schon ein umfangreiches Dekoderpaket an Board. Etwas ältere Modelle benötigen eine externe Box, die per HDMI angeschlossen wird.
WD TV und WD TV Live
Die WD TV Boxen von Western Digital sind klein, leistungsstark und dazu noch günstig. Ich rate immer gleich zum Kauf der WD TV Live, die im Gegensatz zur nicht-Live Version einen Netzwerkanschluss hat und so auch Inhalte über das Netzwerk wiedergeben kann. Alternativ können USB-Sticks, USB-Festplatten, Kartenlesegeräte oder Kameras angeschlossen werden. Die Box ist etwas größer als eine Zigarettenschachtel und kann somit gut versteckt werden. Zum Fernseher führt dann lediglich ein HDMI Kabel, über welches HD Video und Ton von der Box zum Fernsehgerät gelangen. Per mitgelieferter Fernbedienung kann man durch die Menüs der WD TV Live
navigieren. Es werden fast alle erdenklichen Formate unterstützt, darunter MKV, AVI, MPG, JPEG, MOV, ISO, … Der Preis beträgt gerade mal 106€.
Die Popcorn Hour, oftmals auch PCH oder NMT (Netwokred Media Tank) genannt, kostet mit ca. 150€ etwas mehr. Dafür spielt sie noch ein paar mehr exotische Formate ab und lässt sich “hacken” – Man kann also alternative Bedienoberflächen installieren. Das macht die PCH besonders unter Bastlern beliebt. Die A-200
ist das neue Einsteigermodell. Die Version C-300 hat zudem Platz für einen Blu-ray oder DVD Spieler (aber davon möchte man beim Kauf eines Medienzuspielers ja eigentlich weg). Demnächst erscheint eine Version namens PopBox, die eine aufpolierte Benutzeroberfläche zeigt. Ein Erscheinungsdatum in Deutschland ist nicht bekannt.
Um euch die Funktionsweise der Medienzuspieler in Aktion zu zeigen, habe ich ein Video der PCH aufgenommen. Viel Spaß dabei.

Boxee
Boxee ist eine auf XBMC basierende Software, die nun von D-Link ihre eigene Box bekommt. Diese Boxee Box ist noch nicht lieferbar, ich warte sehnsüchtig auf den Deutschland-Start. Wie die WD TV oder PCH spielt auch Boxee alle erdenklichen Formate ab. Dazu bekommt der Benutzer einfachen Zugang zu beliebten Online-Angeboten wie Audio- und Video Podcasts. In den USA kann man mit der Boxee Box auch auf Online Inhalte einiger Fernsehsender zugreifen. Ob in Deutschland Angebote wie die ZDF Mediathek oder RTL Now unterstützt werden steht noch in den Sternen. Ich würde es mir wünschen! Wer Boxee schon einmal ausprobieren möchte, kann sich unter www.boxee.tv kostenlos die Software für den PC herunterladen.
Die oben genannten Boxen (ausgenommen die nicht-Live Version der WD TV) haben alle einen Netzwerkanschluss. So können sie über ein Netzwerkkabel in ein vorhandenes Heimnetzwerk eingeklinkt werden. Das hat viele Vorteile. Zum einen können Angebote wie Podcasts direkt von einigen Boxen abgerufen werden. Zum anderen können Inhalte, die auf anderen Geräten im Netzwerk gespeichert und sind über die Box abgerufen werden. Hierzu müssen sich lediglich alle Geräte im selben Netzwerk befinden und eingeschaltet sein. Sobald auf einem Computer Videos freigegeben werden (unter Windows erreicht man dies einfach mit einem Rechtsklick auf einen Order -> Freigabe) können sie über die Box am Fernseher abgespielt werden. Das erspart den Umweg über einen USB Stick. Einige Modelle können auch per W-LAN eingebunden werden. Für die reibungslose Wiedergabe von Videos über das Netzwerk sollten aber alle Geräte per Kabel verbunden sein. Wer kein Netzwerkkabel durch das Wohnzimmer ziehen möchte, kann auf D-LAN (Powerline) Lösungen zurückgreifen, bei denen die Daten über die vorhandenen Stromleitungen geschickt werden. Ich habe unterschiedliche Erfahrungen mit diesen Adaptern gemacht. Solange sich alle Geräte im selben Stromkreis befinden, ist Powerline aber eine echte Alternative zum Ziehen von neuen Kabeln.
Im besten Falle speichert ihr Inhalte auf einem Home Server wie dem HP MediaSmart oder dem Acer H340. Diese Server verbrauchen wenig Strom und können irgendwo im Netzwerk stehen (solange sie per Kabel mit eurem Router verbunden sind). Der Server stellt 24 Stunden, 7 Tage die Woche eure Inhalte bereit, sodass ihr keinen Computer laufen haben müsst, um eure Inhalte abrufen zu können.
Kommentarte und Fragen sind herzlichst erwünscht
